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Lernstandserhebung

 

Ein Unterricht, der in seiner Planung an Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler über einen längeren Lernprozess erwerben, orientiert ist, nimmt den
  Lernstand der Schülerinnen und Schüler in den Blick. Will ich also im Religionsunterricht gezielt Kompetenzen fördern, so muss ich zunächst erheben, wo ich ansetzen kann: Was können die Schülerinnen und Schüler bereits und auf welchem Niveau können sie das?

„In dem Verständnis, dass jeder Lernende ein individuelles Vorwissen, individuelle Voraussetzungen, Interessen, Begabungen, Entwicklungs­potenziale u.v.m. aufweist, gilt es, möglichst viel über den Lernenden zu wissen, um seinen Lernprozess optimal begleiten zu können.“ 1

Es stellt sich aber nun die Frage, wie Kompetenzen überhaupt gemessen werden können, denn sie sind komplex zusammengesetzt.

Als Metakognition kann die Erhebung der Lernausgangslage über einen
  Selbsteinschätzungsbogen auch durch die Schülerin bzw. den Schüler selbst geleistet werden.

Geht man aus von dem aktuell gängigen Kompetenzbegriff, so darf man Kompetenzen als die Fähigkeit verstehen, „komplexe Anforderungen erfolgreich zu bewältigen.“ 2 Es bieten sich also gerade für den Religionsunterricht Anforderungssituationen an, anhand derer sich die Kompetenz der Lernenden in der Anwendung zeigen kann. Nun liegt Entscheidendes in der Frage, wie die Kenntnis des Lernstands den Unterricht steuert. Geht man von heterogenen Lerngruppen aus, so wird aus der Lernstandserhebung eine gezielt individualisierte Binnendifferenzierung folgen, die den einzelnen Schüler bzw. die einzelne Schülerin im Blick hat.

Entscheidend ist jedenfalls, dass aus der Lernstandserhebung Konsequenzen gezogen werden: Sowohl für die Unterrichtsplanung z.B. im Sinne einer Binnendifferenzierung, als auch für das Nachdenken über den Lernprozess durch die Schülerin bzw. den Schüler im Sinne einer Metakognition. Die Steuerung des Unterrichts durch die Lernstandserhebung bedeutet aber nicht allein Binnendifferenzierung. Ich erhebe unter Umständen auch Interessen und Widerstände, die aus den bisherigen Erfahrungen mit affinen Themen gemacht wurden und kann den Unterricht entsprechend thematisch ausrichten. Idealerweise wäre auch eine Kombination von beidem denkbar: Eine binnendifferenzierte Unterrichtsplanung, die auch thematisch verschiedene Wege des Lernens an dem Unterrichtsthema ermöglicht.


Lernwege


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1   Landesinstitut für Schulentwicklung (Hg.): Lernen im Focus der Kompetenzorientierung. Individuelles Fördern in der Schule durch Beobachten – Beschreiben – Bewerten – Begleiten, Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, Stuttgart 2009. S. 29.
2   Franz E. Weinert, zitiert nach: Gabriele Obst: Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen im Religionsunterricht, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 32010. S. 24.