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1. Anforderungssituation (Kapitel 3)

 

Zunächst findet eine Annäherung an das Thema „Was gehen mich alte Leute an?“ statt, indem die Schülerinnen und Schüler sich über Altenheime in ihrer Umgebung informieren und diese eventuell auch selbst erkunden können. Parallel dazu können Gespräche mit alten Menschen (Großeltern, Nachbarn) geführt werden, die sich mit Lebensgewohnheiten, Besonderheiten des Altseins, Beziehungen zwischen Alten und Jungen beschäftigen. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler auf die Begegnung zwischen zwei Hauptfiguren des Jugendbuches vorbereitet. Die Anforderungssituation greift eine Szene aus dem 3. Kapitel auf, in der Moritz und Frau Schmidt zum ersten Mal über die Bibel sprechen. Ausgehend von dieser Anforde­rungssituation können die Schülerinnen und Schüler zeigen, dass sie in der Lage sind, sich empathisch in eine andere Person hineinzuversetzen (1) und aus deren Sicht ihre bisher er­worbenen Bibelkenntnisse zur Sprache bringen (2).

  1. Recherche vor Ort - Arbeit in Kleingruppen
    Wählt zwischen den folgenden Aufgaben aus.

    1. Direkt neben unserem Gymnasium liegt das Altenheim „...“. Fragt an der Rezep­tion, ob ihr mit einem Mitarbeiter spre­chen dürft, und lasst euch einen Termin geben. Wenn das nicht möglich ist: In­formiert euch im Internet über die Wohnverhältnisse in diesem Heim. (Alter­nativ: Recherchiert im Internet, welche anderen Altenheime es in unserer Stadt gibt, und wählt eines aus.)

    2. Befragt eure Großeltern. (Wenn das nicht geht: eure Nachbarn)

      • Wenn sie zu Hause leben: Was braucht man als älterer Mensch zum Le­ben? Würdet ihr gerne (lieber) in einem Heim wohnen? Warum – warum nicht?
      • Wenn sie in einem Heim leben: Was braucht man als älterer Mensch zum Leben? Wohnt ihr gerne hier? Würdet ihr lieber in einer eigenen Wohnung oder bei der Familie wohnen? Warum – warum nicht?

    3. „Ein alter Mensch, der mir wichtig ist“. Gestalte eine Schmuckseite, auf die du einen Text über die Person schreibst, die du ausgewählt hast, in dem du von ihr erzählst. Frage, ob du ein Foto von ihr haben (machen) kannst; klebe es auf die Seite. Alternativ: Versuche eine Zeichnung von der Person anzufertigen. Du darfst die Überschrift auch verändern, z. B. „Meine Oma ist die beste“ o. ä. Wenn ihr mögt, könnt ihr eure Seiten der Klasse zeigen; wenn nicht, schenkt sie der ausgewählten Person – sie freut sich bestimmt!

    4. „Alte mit dem Jungen“ – geht das? Überlegt gemeinsam, was alte und junge Leute einander geben können. Plant ein Projekt: Sucht ein Altenheim in Ulm aus und besucht die Menschen dort. Bereitet euch darauf vor: Überlegt, womit ihr ihnen eine Freude machen könntet, was ihr sie fragen wollt, was sie euch erzählen könnten.


  2. Die Bedeutung der Bibel - Einzelarbeit
    • Arbeitsblatt: Im Altenheim
      Im 3. Kapitel des Jugendbuchs „Moritz und der liebe Gott“ von J. H. Claussen zeigt Frau Schmidt dem 11jährigen Moritz ihre Familienbibel. „Wie alt ist die?“, fragt Moritz und er­fährt, dass die Bibel fast 200 Jahre alt ist. „Ist so eine alte Bibel viel wert?“, will er wissen. „In Geld fast nichts. Aber für mich ist sie unbezahlbar. Das ganze Leben be­gleitet sie mich schon. (...) Sie ist das Einzige, was ich auf der Flucht gerettet habe.“ „Auf welcher Flucht?“, fragt Moritz. „Wir mussten fliehen, am Ende des Zweiten Weltkriegs. Unsere Heimat war weit im Osten, in Ostpreußen. Als die Russen kamen, mussten wir fort. Es war Winter und wir konnten nur mit­nehmen, was wir am Körper trugen. Wir zogen zusammen los, meine Mutter, meine ältere Schwester und ich. Die Männer waren im Krieg. Wochenlang durch die Kälte, meistens zu Fuß und mit Handwagen. Ich schob einen Kinderwagen. Da lag mein klei­ner Neffe drin. Dem habe ich die Familienbibel in sein Körbchen unter die Decke gelegt. So habe ich sie geret­tet.“
      Als Moritz fragt, ob Frau Schmidt die Bibel denn auch gelesen habe und was da drin stünde, fragt sie zurück: „Hast du das nicht im Religionsunterricht gelernt?“
    • Aufgabe
      Stell dir vor: Frau Schmidt schreibt an Moritz einen Brief, in dem sie ihm erzählt, wie ihr die Bibel geholfen hat. Schreibe diesen Brief.

 

Üben / Wiederholen / Nachhaltigkeit sichern


Umsetzungsbeispiel KompRU mit einem Jugendbuch:
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