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Textblatt Rollenspiel Teil 2


Im Babylonischen Exil: Benjamin und Amel-Marduk 1

Aus dem kleinen Haus im Judenviertel hört Benjamin schon von weitem eine klagende Melo­die. Kurze Zeit später versteht er auch den Text des Liedes, das da gesungen wird: „Jerusa­lem, wenn ich dich vergesse, so werde ich verderben ...!“
Er reißt die Tür auf. Im Zimmer sitzt sein Vater.

B Immer diese Klagelieder! Ich kann sie nicht mehr hören!
V Was ist denn mit dir los?
B Hör endlich auf, diese traurigen Lieder zu singen und immer an früher zu den­ken! Wir müssen uns mit unserem Schicksal abfinden?
V Was sagst du da? Es gibt doch kein Schicksal! Du weißt doch genau, dass wir hier in Babylon sind, weil unser Volk und unsere Könige Unrecht getan haben! Wenn wir uns ändern, wird Gott uns heimführen und uns einen neuen Anfang schenken!
B Ach was, die babylonischen Priester sagen etwas ganz anderes! Sie sagen: Die Men­schen ändern sich nie, die Kriege hören nicht auf und sie sind eben die Stärkeren. Wir sind und bleiben die Schwächeren. Das war schon immer so und das wird sich auch nicht ändern.
V Ach, jetzt begreife ich – hat man dir von diesem Neujahrsfest erzählt, ja?
B Ja, das stimmt.
V Warum hast du nicht gesagt, dass wir ein eigenes großes Fest haben, das wir jedes Jahr feiern?
B Welches Fest meinst du?
V Na, das Passahfest! Da feiern wir die Freiheit! Gott hat uns schon einmal aus der ägypti­schen Gefangenschaft befreit! Er wird es wieder tun!
B Ach, diese alten Geschichten – das ist alles, was wir haben! Aber die Babylo­nier, die wissen, wie es von Anfang an war, verstehst du? Ganz früher, ganz am Anfang!
V Aber Junge, das wissen wir doch auch. Unsere Priester erzählen auch eine Anfangsge­schichte! Eigentlich ist es auch eine Hoffnungsgeschichte ... Kennst du sie etwa nicht? Komm her, ich werde sie dir erzählen ...

 

Rollenspiel Teil 1

Binnendifferenzierung II (Kapitel 10)

Übertragung in die eigene Lebenswelt (Kapitel 11)


Umsetzungsbeispiel KompRU mit einem Jugendbuch:
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1   ARBEITSHILFE für den evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien, Themenfolge 84: Nicht einerlei Zunge noch Sprache. Alttestamentliche Gattungen im Unterricht der 5. Jahrgangsstufe. Ein didaktisches Modell von Ingrid Grill-Ahollinger, Gymnasialpädagogische Materialstelle der Evang.-Luth. Kirche in Bayern, Erlangen 1988, Lehrerband S. 212 ff., S.219; Arbeitsheft für Schüler (An Freiheit erinnern, in Gerechtigkeit leben, vom Frieden träumen. Israels Erfahrungen mit Gott), S. 64. Für Unterrichts- und Fortbildungszwecke bearbeitet von Walter Stäbler .