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(3) Anderes Lernverständnis


Kompetenzen – das ist bei Weinert und Klieme eingeschlossen – sind ein Geflecht von Kenntnissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen, die nur über einen längeren Zeit­raum und auch nicht bloß im Rahmen formalen Lernens erworben werden können.

Die Kompetenz, einen Trostbrief schreiben zu können, beinhaltet nicht bloß die Kenntnis formaler Stilelemente, sondern auch die Bereitschaft zur Perspektivenübernahme und die Fähigkeit zur Empathie. An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass der Kompetenzerwerb nicht bloß von formalen, sondern auch von informellen Lern­prozessen abhängig ist. 1

Zu diesen Kompetenzen gehören auch die Einstellungen zu sich selbst wie Selbstwirksamkeit, ein positives Selbstkonzept oder Problemlösungsfähigkeit. Dazu gehören auch methodische Kompetenzen wie z.B. Schritte einer ethischen Urteilsbildung, oder die Kompetenzen zu recherchieren und zu präsentieren. Deshalb operiert kompetenzorientiertes Lernen mit einem „erweiterten Lernverständnis“. Neben die fachlichen Kompetenzen treten personale, soziale und methodische Kompetenzen, die „in, mit und unter“ der Erarbeitung fachlicher Kompetenzen erworben werden aber auch der systematischen Übung bedürfen. Man kann keinen Inhalt ohne Methode und ohne soziale Formen lernen!

Damit verbunden ist ein verändertes Verständnis von Lehren. Entscheidend ist nicht das, was ich lehre oder „durchnehme“, sondern das, was Schülerinnen und Schüler sich selber aneig­nen und so lernen. Was sie lernen, das erarbeiten sie sich selbst. Sie sind aber dabei auf lernförderliche Anregungen und eine lernförderliche Umwelt sowie auf Lernpartner (Mit­schülerinnen, Lehrende etc.) angewiesen. Lernen verstanden als Konstruktion von Wissen ist stets von Ko-Konstruktion geprägt. Hinzu kommen die emotionalen Bedingungen. Offenkun­dig lernen Schülerinnen und Schüler besser, wenn sie die Erfahrung von Anerkennung, Zuge­hörigkeit, Kompetenz, Autonomie und Eigenverantwortung machen können. 2


Lernpsychologische Hintergründe


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1   Formales Lernen bezeichnet  geplante und intentional geleitete Lehr- und Lernprozesse, non-formales Lernen bezeichnet ein frei gewähltes eigenständiges Lernen, das jedoch durchaus geplant ist (z.B. Arbeitsgemein­schaften in Ganztagesschulen), informelles Lernen bezeichnet spontanes, ungesteuertes Lernen (z.B. bei Computerspielen).
2   Vgl. Maslowsche Bedürfnispyramide in Norbert M. Seel, Psychologie des Lernens, München 2003, 83