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L 44: Rationalistische Mythenerklärung 1

Mythos – Hellas L. 44

Nachdem die S das gedankliche Schema der Aitiologie bereits in verschiedenen Lektionen kennengelernt haben, gehen sie in dieser Lektion den umgekehrten Weg: Sie finden eine rationale Erklärung für eine mythische Erzählung. Die Beschäftigung mit dem Mischwesen der Chimäre greift dabei die Überlegungen zum Phänomen des „Werwolfs“ von Lektion 30 wieder auf.

Mythos – Hellas L. 44-1

Die erste Aufgabe soll die S darin üben, eine literarische Beschreibung mit einer bildlichen Umsetzung zu vergleichen. Diese Aufgabe knüpft an L. 9 (Herakles erschlägt seinen Lehrer Linos) und L. 31 (Herakles und die kerynitische Hirschkuh sowie der erymanthische Eber) an. Zugleich wird an dieser Aufgabe erfahrbar, an welche Grenzen die menschliche Vorstellung  bei der Darstellung eines Fabelwesens stößt.

Da den S im Laufe des Lehrbuchs bereits einige Fabelwesen begegnet sind, sollen sie diese in einer zweiten Aufgabe anhand selbst zu findender Ordnungskriterien kategorisieren. Dabei kann an einem eher spielerischen Thema eine Fähigkeit geübt werden, welche auch bei der Interpretation von Texten eine wichtige Kompetenz darstellt, etwa wenn es gilt, bestimmte Sachfelder aus einem Text zu extrahieren. Folgende Muster kehren in den Vorstellungen von Fabelwesen immer wieder: die Übersteigerung der Größe, die Kombination verschiedener bekannter tierischer und menschlicher Körperteile und Eigenschaften sowie die Zuschreibung übernatürlicher Fähigkeiten wie etwa das Speien von Feuer.

Die dritte Aufgabe bietet alternative Aufgaben: Die Faszination von Fantasy-Romanen wie „Harry Potter“, „Der Herr der Ringe“ oder auch Comic-Figuren und Sammelkarten beispielsweise der Yu-Gi-Oh!-Mangas ist sicher bei einigen S noch vorhanden oder in guter Erinnerung (Wahlaufgabe a). Eher kreative S verspüren vielleicht Lust dazu, ihrer eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen und ein eigenes Fabelwesen zu schaffen (Aufgabe b).

Eine Präsentation etwa in Form eines großen Plakats im Unterrichtsraum wäre wünschenswert. Bei der gemeinsamen Betrachtung sollte im Unterrichtsgespräch deutlich werden: Sowohl ‚moderne‘ als auch selbst kreierte Fabelwesen werden nach immer wiederkehrenden Kombinationsmustern gebildet, die bis in die antike Zeit (und darüber hinaus) zurückreichen.

Mythos – Hellas L. 44-2

Die Beschäftigung mit dem Autor Palaiphatos lehrt die S, dass schon antike Autoren sich kritisch mit den teils sehr unglaubwürdigen Inhalten des Mythos auseinandergesetzt haben. Diese Art des Zugangs kommt dem Interesse der S in der Pubertät entgegen, die im Unterricht ja immer wieder kritisch fragen: „Haben die Menschen in der Antike das wirklich geglaubt?“ Zusätzlich werden durch die Aufgaben – auf basalem Niveau – die Kompetenzen geschult, welche zur Interpretation zweisprachiger Texte nötig sind.

Die ersten beiden Aufgaben zu Palaiphatos sollen die S in Partnerarbeit erledigen. Nach einer anschließenden gemeinsamen Auswertung mit dem Letwa auf Folie ist die dritte Aufgabe wahlweise individuell oder in Gruppen bis zu vier S zu bearbeiten. Denn hier sollte den unterschiedlichen Bedürfnissen der S Rechnung getragen werden, von denen manche lieber für sich kreativ werden und andere die Anregung im Austausch mit anderen schätzen.

 


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