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Der Lügner Odysseus

Sachanalyse

Die herausragendste Fähigkeit des Odysseus, die Wirklichkeit zu gestalten, sie zu verändern und sein Leben dadurch zu bewältigen, ist sein Gebrauch der Sprache. Die Sprache ist ein Mittel, das per se die menschlichen Gestaltungsmöglichkeiten erweitert: sie überwindet die Gegenwart, denn sie kann ja auch die Vergangenheit oder die Zukunft vergegenwärtigen, diese beiden Zeitstufen also für die aktuelle Zeitstufe fruchtbar machen. Sie überwindet die Realität, indem sie eine andere Wirklichkeit behauptet, etwas fingiert und eine Lüge an die Stelle des Zutreffenden setzt. Hierin ist Odysseus Meister.

Er ist ein großer Lügner, aber er lügt mit System. Die Motive seiner Lügen sind vielfältig. Zum einen will er seine wahre Identität verbergen, er will die Menschen in einer angenommenen Rolle prüfen. Zum anderen ist auch eine große Freude am Erfinden sichtbar. Bei den Lügenerzählungen, die er gegenüber Penelope äußert, heißt es, dass er vieles log und manches der Wahrheit ähnlich war (XIX 204). Odysseus spielt den Bettler, und dieses Spielen verselbstständigt sich. Als er den Bettlerkonkurrenten Iros schlägt, gratuliert ihm einer der Freier, und Odysseus freut sich darüber.

 


Unterrichtsmodelle zur Förderungen der personalen Kompetenzen bei der Interpretationsarbeit: Herunterladen [doc][623 KB]

 

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