Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Handlungsebene/ Arbeitsformen

 

Unterrichtselement Typische Unterrichtspraxis 2001 Impulse aus dem kompetenzorientierten Unterrichten Sinn
Stundeneinstieg Abfragen von Vorwissen der Schülerinnen und Schüler. Gestaltung einer konkreten, lebensnahen Anforderungssituation. Lernen an konkreten Situationen (→ Konstruktivismus).
Beispiel: Islam, Kl. 8, Thema Kopftuch
„Du triffst deine türkische Grundschulfreundin in der Stadt. Sie trägt ein Kopftuch. Du möchtest nun wissen, was es mit diesem Kopftuch auf sich hat, was es bedeutet und warum Frauen es tragen.“
Erhebung der Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler [1] Kaum oder nur in Ansätzen durchgeführt (z.B. durch die Frage „Was wisst ihr schon zu?“ als Einstieg in eine Unterrichtssequenz). Erhebung der Lernausgangslage
als Grundlage eines Lernprozesses, kann z.B. durch kreative Aufgaben geschehen.
Aufgrund der Ergebnisse kann der Unterricht gemeinsam geplant werden.
Überprüfung des Wissenszuwachses am Ende der Unterrichtssequenz.
Erhebung des Vorwissens und der Einstellung der Schülerinnen und Schüler als Basis für die Planung des Unterrichts.
Lernen als individuelle Konstruktion auf der Basis der schon vorhandenen Konstruktionen zu einer Thematik.
Beispiel: Islam, Kl. 8: Aufgabe zu Beginn der Unterrichtssequenz
„Das Nachbarhaus steht zum Verkauf. Ihr erfahrt, dass eine streng gläubige muslimische Familie das Haus gekauft hat. Schreibe einen Dialog am Abendbrottisch über dieses Thema, in dem ihr über eure Erwartungen und Befürchtungen sprecht!“
Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an der Arbeitsplanung Unterricht = Arrangement, das der Lehrer/ die Lehrerin vorbereitet, genaue Planung des Lernwegs der Schülerinnen und Schüler. Planung des Arbeitsprozesses gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern (zumindest bei größeren Projekten).
Zielklarheit auch für die Schülerinnen und Schüler.
Förderung der methodischen Kompetenz: Arbeitsplanung, Recherche etc.
Beispiel: Gemeinsame Überlegungen:
Welche Materialien brauchen wir? Woher bekommen wir sie? Wie müssen wir uns die Zeit einteilen?
Transparenz der Erwartungen Unterricht = für den Schüler/
die Schülerin nicht durchschaubar, Lernprozess wird allein durch den Lehrer gesteuert („Heute machen wir mal …“).
Präsentation der zu erreichenden Kompetenzen zu Beginn einer Unterrichts-sequenz/Stunde, Überprüfung der Kompetenzen am Stundenende. Transparenz,
Lernerautonomie.
Freiräume für die Lernenden Unterricht als minutiös geplanter Lernprozess, Unterrichtsgespräche werden mit Impulsfragen und möglichen Schülerantworten geplant. Raum für eigene Entscheidungen, alternative Angebote in Medien, Aufgabenstellungen und Produkten. [2] Motivierend,
lässt Raum für die eigenen Konstruktionen der Schülerinnen und Schüler.
Präsentation von Wissen evtl. Lehrervortrag. eigenständige Recherche, Schülervortrag bei Lehrervortrag:
Anleitung zum Mitschreiben, ggf. Ergebnisblatt.
Förderung der methodischen
Kompetenz.
Beispiel: Methodenblatt zum Thema. „Mitschreiben bei einem Lehrervortrag oder einer GFS“.
Umgang mit gelerntem Faktenwissen Vermittlung des Faktenwissens,
Abfragen in KA oder im Unterricht.
Vermittlung des Faktenwissens,
individuelle Verarbeitung und Reflexion.
individuelle „Andockstellen“ an gelerntes Wissen.
Beispiel: Vermittlung der Fünf Säulen des Islams (z.B. mit einem darstellenden Text), anschließend schreiben die Schülerinnen und Schüler einen Brief/ eine Mail an einen jungen Muslim ihres Alters und schildern ihre Eindrücke. [3]
Gruppen-/Teamarbeit „Macht das mal in Gruppen …“ Erstellung von Gruppenregeln Reflexion des Gruppenprozesses.
Reflexion der Rolle des Einzelschülers in Gruppen (Kooperatives Lernen) [4]
Förderung der sozialen
Kompetenz.
Vermittlung von Methoden „Macht das mal …“
„Lernt mal die Vokabeln ... “
Vermittlung von Lerntechniken,
Angebot unterschiedlicher Lernwege.
Förderung der methodischen
Kompetenz, Anregung zur Erarbeitung eigener Lernstrategien.
Beispiel: Erstellung von Methodenzetteln/ Karten zu wesentlichen Methoden.
Kooperation mit dem schulischen Methodencurriculum.
Leitmedium/
Advance Organizer
Die Stundenthemen folgen in für die Schülerinnen und Schüler nicht einsichtiger Form aufeinander. Zu Beginn der Unterrichtssequenz wird (z.B. bei der gemeinsamen Unterrichtsplanung mit den Schülerinnen und Schülern) eine Übersicht über die Einheit erstellt. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, welche Funktion die einzelnen Lerngegenstände im Gesamt der Unterrichtssequenz, evtl. zur Beantwortung einer Leitfrage haben.
Beispiel: Zur Anforderungssituation Ein ungetaufter Junge in einer katholischen Familie (s. 4.1.2) wird gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eine Übersicht über die Themen erstellt, die Leon seinem Großcousin erklären muss. Hieraus erstellt der Lehrer einen fiktiven Jahresablauf von Max („Was er im Laufe des Schuljahres alles erlebt“), den er den Schülerinnen und Schülern als Kopie ausgibt. Aus diesem Jahresablauf ergeben sich die einzelnen Themen.
Überarbeitung eigener Arbeitsergebnisse In der Regel werden Arbeitsergebnisse nach Abschluss der Unterrichtssequenz oder nach der Benotung nicht noch einmal angeschaut. Überarbeitung der Ergebnisse auf der Basis der erworbenen oder vertieften Kompetenzen. Die Schülerinnen und Schüler werden für ihre eigenen Lernfortschritt sensibilisiert und evaluieren
ihren Lernzuwachs.
Beispiel: Die Unterrichtssequenz geht von einer Lernaufgabe aus, für die die Schülerinnen und Schüler zunächst einen spontanen Lösungsvorschlag machen. Am Ende der Sequenz überarbeiten sie diesen Vorschlag und erstellen eine verbesserte Version. [5]
Wiederholungskultur/ nachhaltiges Lernen/ Vernetzung. [6] Einmaliges Durchnehmen wesentlicher Themen, evtl. Wiederholung. Regelmäßige systematische Wiederholung wesentlicher Aspekte, Anleitung zum eigenständigen Wiederholen, Anwendung des Gelernten(auch einige Jahre später).
Vernetzung von neuem Wissen mit Wissen und Kompetenzen auf früheren Schuljahren. [7]
Nachhaltiges Lernen
Beispiel:
  1. Anlage einer „Kartei mit Basiswissen“ über mehrere Schuljahre hinweg (z.B. Merkmale symbolischer Sprache, einzelne biblische Sprachformen, „Was ist ein Prophet?“, wichtige Stationen und Personen der Kirchengeschichte …)
  2. Thema Propheten, Kl. 7: Was ist ein Prophet, Kl. 8 Islam: Wiederholung: Merkmale eines Propheten, Vergleich mit Mohammed.


[1] Vgl. Fischer, M. , Die Lernausgangslage im kompetenzorientierten Religionsunterricht, S. 1-2.
[2] Vgl. Gnandt, Impulse zu einem (auch) kompetenzorientierten Religionsunterricht,
http://www.erzbistum-koeln.de/export/sites/erzbistum/schule-hochschule/religionspaedagogik/steinfeld/vortraege/2010/gnandt/GNANDT_Kompetenzorientierter_RU.pdf
[3] Vgl. Vgl. Eggerl, „Alles bleibt anders“. S. 59.
[4] http://www.kooperatives-lernen.de/dc/CL/index.html (08.09.2011) , http://methodenpool.unikoeln.de/koopunterricht/ger_the_difference.pdf
[5] Vgl. Feindt/ Herbig: Hosentaschen-Skript zum kompetenzorientierten Religionsunterricht, S. 4.
[6] Vgl. hierzu die Ideen bei Georg Gnandt: Impulse zu einem (auch) kompetenzorientierten Religionsunterricht,
http://www.erzbistumkoeln.de/export/sites/erzbistum/schulehochschule/religionspaedagogik/steinfeld/vortraege/2010/gnandt/GNANDT_Kompetenzorientierter_RU.pdf , S. 19
[7] Vgl. Feindt/ Herbig: Hosentaschen-Skript zum kompetenzorientierten Religionsunterricht, S. 5.

 

 

Akzentveränderungen im Unterricht: Herunterladen [pdf] [47 KB]