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Rollenspiel

M6.1 Gastgeschenk (Pantomimisches Rollenspiel)

Die Situation

„Ein Pfarrer (...) suchte den Imam einer Moschee auf, um eine christlich-islamische Begegnung herbeizuführen. Der Imam empfing den Pfarrer höflich und überreichte ihm ein Exemplar des heiligen Buches der Muslime. Der Pfarrer nahm den Koran dankend entgegen und wollte dem Imam als Gegengabe die Bibel schenken. Doch der sah ihn entsetzt an und lehnte es ab, das Buch auch nur anzufassen.“

Erläuterung des Autors

„Der Pfarrer ist von der Haltung des Imams, die er als grobe Unhöflichkeit auffasst, irritiert. Doch der Imam hat nur seinem Glauben entsprechend gehandelt, sich also nach seiner eigenen Wahrnehmung vorbildlich verhalten. Wenn ein Imam einem Pfarrer den Koran schenkt, dann ist dies für ihn ein Akt der da’wa (Aufruf zum Islam), gemäß dem Koranvers: ‚Und sprich zu den Ungelehrten: Werdet ihr nun Muslime werden?‘ (3:20)

Etwas anderes ist für ihn die Schenkung einer Bibel; das kommt einem Akt christlicher Missionierung gleich, die er natürlich ablehnt. Der Imam und der Pfarrer leben in verschiedenen Welten:

Die Denkweise des Pfarrers ist modern, er geht vom religiösen Pluralismus aus, in dem alle Religionen als gleichwertig gelten und daher miteinander in Frieden leben können. Der Imam hingegen ist in seinem Denken und Handeln noch vormodern und vorpluralistisch. Für ihn gilt das Gebot des Koranverses absolut: ‚Die Religion bei Gott ist der Islam‘ (3:19).“

(Tibi, Bassam: Selig die Betrogenen. In: Spuler-Stegemann, U.: Feindbild Christentum im Islam, HERDER Spektrum, Freiburg 2004, S. 55f. Der Artikel erschien in leicht abweichender Form bereits 2002 in DIE ZEIT, Politik 23/2002)

Informationen zu Prof. Em. Dr. Bassam Tibi unter http://www.bassamtibi.de ; zum Islam in Europa vgl. Tibi, Bassam: Euro-Islam : Die Lösung eines Zivilisationskonfliktes, Darmstadt 2009, 208 S. ISBN 978-3-89678-651-7

 

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