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Materialien zur Gottesfrage im Themenfeld „Leid und Tod“

2 Methodisch-didaktische Hinweise

Wie in der Übersicht ( Punkt 1.3 ) ausgewiesen, lässt sich die Gottesfrage auch an das Themenfeld „Leid und Tod“ anbinden, das in der Regel in Jahrgangsstufe 9 behandelt wird. Die beiden Unterpunkte „Leidende Menschen in der Bibel“ und „Was kommt nach dem Tod?“ werfen die Frage auf, ob der Gläubige bei der Bewältigung des Leids auf Gott „zählen“ kann, wie also im Kontext des Glaubens der Umgang mit Leid und Tod möglich ist.

Die Schülerinnen und Schüler werden im Zusammenhang dieses Themas aus eigenem Interesse, weil sie entsprechende Erfahrungen machen (Krankheit von Angehörigen, Naturkatastrophen, Gewaltexzesse usw.), die Frage stellen: Wie kann Gott solches Leid zulassen? Gibt es einen gerechten Gott, der sich um die Opfer kümmert und die Täter zur Rechenschaft zieht? Die Theodizeefrage wird sich zwangsläufig stellen und an der Ijob-Geschichte im Ersten Testament lässt sich zeigen, welche Antworten darauf nicht genügen und welche Erfahrung mit Gott Ijob macht. Die Theodizeeproblematik künstlich auf die Kursstufe zu verschieben, wird dem Problemhorizont der Jugendlichen nicht gerecht. Im Sinne eines spiralförmigen, nachhaltigen Lernens könnten in der Kursstufe – über Ijob hinaus – neuere theologische Ansätze zum Umgang mit der Theodizeefrage (z.B. Drewermann, Metz, Küng) behandelt werden. Im Schulbuch „Mittendrin 3“ (Klassen 9/10) wird die Theodizeefrage explizit aufgegriffen.

Sich mit Ijob oder auch mit den Psalmen zu beschäftigen schließt sich ebenso an den Bildungsstandard 2 an: „Die Schülerinnen und Schüler können an biblischen Texten zeigen, wie Geschichte als Weg Gottes mit den Menschen gedeutet wird und wie Nähe und Abwesenheit Gottes erfahren werden.“

Aus dem Angebot der Anforderungssituationen (M2.1) ist je nach Schülerinteresse eine Aufgabe zu wählen, die herausfordert, eine erste Antwort zum Thema „Gott und das Leid“ zu formulieren. Nach erster kritischer Betrachtung der Antworten soll der Text M2.1.4 eine theologisch stimmige Klärung herbeiführen. Hierbei geht es besonders um angemessene Vorstellungen von Gott, die eine einfache, vordergründige Antwort auf die Theodizeefrage verhindern. Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst werden, dass ein rein intellektueller Zugang in unauflösliche Aporien führt und dass angesichts der Leiderfahrung eine existenzielle Entscheidung gefordert ist.

Im Punkt M2.3 - Transfer und Lernkontrolle – haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das in M2.2 erworbene Wissen um eine angemessene Rede von Gott anzuwenden. Der Vorschlag M2.3.2 bezieht sich auf das berühmte Gleichnis von den „Spuren im Sand“. Der Vorschlag
M2.3.3
kann die Bedeutung von Allerheiligen als Fest der Erinnerung an die Verstorbenen, aber auch als Fest der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod bei Gott ins Bewusstsein rufen.

 

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