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Kompetenzorientierter Unterricht - was ist das?


Eine persönliche Erinnerung vorweg …

„Im Jahre 1983 besuchte ich die neunte Klasse eines Gymnasiums in Ratingen, einer Stadt mit damals rund 80000 Einwohnern zwischen Düsseldorf und Essen. Die Stadt ist eher kleinstädtisch geprägt und hat eine malerische Fußgängerzone mit Einzelhandelsgeschäften und zwei kleinen Kaufhäusern. Eine Werbegemeinschaft „City-Kauf“ trägt die Werbung und ist Veranstalter von Weihnachtsbeleuchtung, Stadtfest und Weihnachtsmarkt.
Gegen Ende des Schuljahrs hatten wir in Erdkunde Unterricht bei einem Referendar, der eine Unterrichtseinheit zum Thema „Hat Ratingen eine „City“ durchführte?“ Heute noch erinnere ich mich, dass wir im Unterricht Merkmale einer City kennen lernten, in der Innenstadt die Schaufensterflächen zählten und in Auswertungsbögen eintrugen und anhand dieses Kriteriums feststellten, dass Ratingen keine City habe, dass der Begriff City erst dann verwendet werden dürfe, wenn eine bestimmte Schaufensterfläche erreicht ist. Aus unseren Ergebnissen erstellten wir eine Ausstellung mit Plakaten für die Sparkassenfiliale in der Fußgängerzone. Eine heftige Debatte in der Zeitung, vor allem in den von „City-Kauf“ mitfinanzierten kostenlosen Werbeblättern war die Folge”… [ 27 ]

Warum ist diese Erinnerung von Bedeutung? Man mag sich fragen, warum gerade diese Lerninhalte behalten wurden. Erdkunde war nicht das Lieblingsfach, der Referendar auch kein besonders beeindruckender Lehrer, das Thema eigentlich auch nicht besonders interessant. Andere Lerninhalte aus diesem Schuljahr sind im Nebel der nicht vorhandenen Erinnerungen verschwunden … Was war also das Besondere an dieser Unterrichtssequenz?

  • Sie ging von einer konkreten aktuellen Problematik aus, die einen Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler hatte.
  • Sie ging über den Binnenraum Schule hinaus.
  • Das im Unterricht erworbene Wissen wurde auf eine konkrete Situation aus dem alltäglichen Leben der Schülerinnen und Schüler angewendet.
  • Sie hatte ein klares Ergebnis, d.h. die Schülerinnen und Schüler fanden für eine konkrete Fragestellung eine für uns nachvollziehbare Lösung.
  • Die Schülerinnen und Schüler waren aktiv an der Unterrichtssequenz beteiligt und erstellten ein Produkt. Damit konnten sie selbst erfahren, dass sie etwas Neues gelernt hatten und es auch anwenden konnten.

Wenn man diese Unterrichtssequenz heute analysiert, fällt auf, dass man sie heute wohl aus „kompetenzorientiert“ bezeichnen würde.
Aber was ist nun genau „kompetenzorientierter Unterricht“? Auf welchen pädagogischen Konzeptionen beruht er?


[27] Erinnerung von Angelika Scholz

 

Was ist kompetenzorientierter Religionsunterricht?: Herunterladen [pdf] [650 KB]