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Komparatives Lernen

7. Methodisch-didaktische Hinweise


Materialien

M7.1 Jesus im Koran – Eine internetbasierte Projektarbeit

M7.2 Das Kind Jesus in der Bibel und im Koran (Herausforderungssituation)

Katholische Schülerinnen und Schüler kennen in der Regel keine Texte aus dem Koran. Auch die Schriften der Bibel sind bis auf einige zentrale Stellen häufig unbekannt.
Die im Folgenden vorgeschlagene Projektarbeit zur Weihnachtsgeschichte will das Interesse an den Überlieferungen der eigenen wie der fremden Religion wecken und dazu ermutigen, der Person und Bedeutung Jesu in der jüdischen, christlichen und islamischen Tradition auf die Spur zu kommen.
Hier wäre es von Vorteil, wenn in der Lerngruppe sowohl Schülerinnen und Schüler christlichen wie auch islamischen Glaubens vertreten wären. Dadurch könnten im Prozess der Aufbereitung und Erarbeitung des Eigenen auch die Gemeinsamkeiten mit und Unterschiede zu der anderen Religion u.U. leichter sichtbar werden. Die Prägung durch die eigene Religion zu stärken und den Unterschieden gegenüber der fremden Religion gerecht zu werden, ist hierbei leitendes Prinzip.
Dies kann auch im konfessionellen Religionsunterricht gelingen, denn die Erfahrung zeigt, dass gerade auch das Erarbeiten des Fremden Schülerinnen und Schüler fesseln und zur intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten führen kann.

Ein Vergleich der Überlieferungen zu Jesus in Koran und Bibel kann sich z.B. auf die nachfolgend benannten Schwerpunkte beziehen:

  1. Verkündigung an Maria
    Zur christlichen Überlieferung von der Geburt Jesu zählt die Verkündigung an Maria (Lk 1,26-38)
    Der Koran enthält zwei Versionen von der Verkündigung an Maria:
    Die erste Version stammt aus der mekkanischen Periode (Sure 19:16-22) aus dem Jahr 616, die zweite Version aus der medinischen Periode (Sure 3:42-43. 45-47) aus den Jahren 624-625. [1]
  2. Geburt Jesu
    Abb. Geburt Jesu, Buchmalerei des 16. Jahrhunderts, vgl.
    http://www.kulturforum-mwest.de/2010/Bilder/islam-weihn.jpg (08.09.2011)
    Auch der Koran weiß von der Empfängnis und Geburt Jesu zu berichten, vgl. Sure 19:22-33. Diese Stelle erinnert an ein Evangelium, das nicht in die Bibel aufgenommen wurde: Das Pseudo-Matthäusevangelium. In beiden Texten spricht der gerade neugeborene Knabe und wirkt Wunder.
Als Alternativen oder für eine gruppenteilige Aufgabe sind auch die folgenden Aspekte denkbar:

  1. Jesus Christus, der Prophet
    Nach der Überlieferung des Korans zählt Jesus zu den Propheten, die im Alten Testament und auch im Neuen Testament als Propheten benannt sind, vgl. Sure 6: 84-87.
  2. Beglaubigungszeichen
    Jesus ist bestärkt vom heiligen Geist, was sich nicht zuletzt auch darin zeigt, dass er Wunder wirkt, vgl. Sure 2:253;
    Mit der Erlaubnis Gottes ist er schöpferisch tätig, heilt Blinde und Aussätzige und erweckt Tote zum Leben, vgl. Suren 3:48-51; 5:110.
  3. Botschaft Jesu
    Jesus lehrt die Menschen das, was Gott ihn lehrt, vgl. Suren 19:30; 3:48;
    Jesus bewahrt  das Gesetz (Tora), vgl. Suren 3:50; 5:46;
    Jesu Hauptlehre ist die des Monotheismus, vgl. Suren 3:5; 5:116-117.

Materialien

Alle Materialien, die für die Projektarbeit erforderlich sind, stehen im Netz zur Verfügung und sind in der Aufgabenstellung ( M7.1 ) verlinkt.

Weitere hilfreiche Links

Hinweise zur Miniatur

Miniatur mit der Darstellung Muhammads und Jesu auf dem Weg zum Propheten Jesaja; beiden reiten einträchtig nebeneinander, Muhammad auf einem Pferd im Vordergrund, Jesus auf einem Esel. Abbildung unter http://images.photoresearchers.com/photos/preview/bs/bs5916.jpg (08.11.2011)
Die persische Miniatur stammt aus einem Werk al-Birunis, 18. Jahrhundert, Teheran, Parlamentsbibliothek. Das Bild dokumentiert die hohe Wertschätzung, die der Islam Jesus (Isa) entgegenbringt. Jesus gilt im Islam als einer der großen Propheten und als direkter Vorläufer Muhammads. Wie Muhammad der Verkünder des Islam ist, so haben vor ihm Jesus als Verkünder des Evangeliums und Moses als Verkünder der Thora gewirkt. Jesus wird im Koran als „Wort Gottes“ bezeichnet und als „Messias“. Er gilt als sündenfreier Mensch, von Gott in besonderer Weise geliebt, aber nicht als Sohn Gottes oder Gott selbst. Am Ende der Zeiten werde er, so die muslimische Überzeugung, wiederkehren und dann als gerechter Muslim regieren und die Einigkeit unter den Menschen wiederherstellen.

Das Material M7.2 beinhaltet eine Herausforderungssituation, die von einem Textvergleich ausgeht. Die aufgeführten Perikopen werden auch in der Internetrecherche bearbeitet. 


[1] Zur Entstehung des Korans vgl. Ordner 6: M6.4 : Wie ist eigentlich die Bibel entstanden und wie der Koran.

 

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