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Der Begriff der Textsorte

Bildungsplan

Im Bildungsplan für die Kursstufe ist der Textsortenbegriff auf S. 169 erwähnt: 

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, ... wesentliche Textsorten (z.B. Abhandlung, Dialog, Brief, Rede, Epos, Elegie, Carmen lyricum, Epigramm) zu bestimmen. [1]

 

Mit dem Begriff der Textsorte werden "Muster sprachlicher Kommunikation"  (Brinker 2010, S. 120) [2] bezeichnet; sie können für die "Bildung von Prototypen und eine prototypische Beschreibung" eingesetzt werden (Gansel / Jürgens 2007, S. 81) [3] . Wenn man in diesem Sinne Textsorten als Muster versteht, dann erhält der Begriff eine Flexibilität, welche der Variation dieser Muster in der literarischen Wirklichkeit Rechnung trägt.

Der Begriff der Textsortekann bei der alltagssprachlichen, intuitiven Einteilung von Texten ansetzen und ist daher auch für einen Einsatz in der Schule prädestiniert. Hier - wie auch an vielen anderen Stellen der Interpretationstheorie - ist eine Zusammenarbeit mit den Deutschlehrern sinnvoll. 

Gansel / Jürgens (2007) [4] nehmen an, dass es nicht ausreicht, textinterne Merkmale für die Bestimmung von Textsorten heranzuziehen; 

"...[v]ielmehr ist die Ermittlung der Kommunikationsbereiche und ihrer funktionalen Ausdifferenzierung in gesellschaftlichen Systemen erforderlich." (Gansel / Jürgens 2007, S. 57)

Textsorten werden jeweils durch mehrere gemeinsame Eigenschaften zusammengehalten, die im Folgenden dargestellt werden sollen. [5]

 


Anmerkungen und Literaturhinweise

[1] Bildungsplan Baden-Württemberg, Stuttgart 2004

[2] Klaus Brinker: linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden, 7. Aufl. Berlin 2010 

[3] Christina Gansel / Frank Jürgens: Textlinguistik und Textgrammatik. Eine Einführung, 2. Aufl. Göttingen 2007

[4] Gansel, Christina (Hg.): Textsorten und Systemtheorie, Göttingen 2008

[5] Vgl. zum Begriff der Textsorte im Internet einen Lexikonartikel des Romanisten Ulrich Schulz-Buschhaus:  " Konstituierung von Textsorten ".