Zur Hauptnavigation springen [Alt]+[0] Zum Seiteninhalt springen [Alt]+[1]

Caesars Britannien-Exkurs I

 

[20] Exigua parte aestatis reliqua Caesar, etsi in his locis, quod omnis Gallia ad septentriones vergit, maturae sunt hiemes, tamen in Britanniam proficisci contendit, quod omnibus fere Gallicis bellis hostibus nostris inde subministrata auxilia intellegebat, et si tempus anni ad bellum gerendum deficeret, tamen magno sibi usui fore arbitrabatur, si modo insulam adiisset, genus hominum perspexisset, loca, portus, aditus cognovisset; quae omnia fere Gallis erant incognita. Neque enim temere praeter mercatores illo adit quisquam, neque his ipsis quicquam praeter oram maritimam atque eas regiones, quae sunt contra Galliam notum est. Itaque vocatis ad se undique mercatoribus, neque quanta esset insulae magnitudo neque quae aut quantae nationes incolerent, neque quem usum belli haberent aut quibus institutis uterentur, neque qui essent ad maiorem navium multitudinem idonei portus, reperire poterat.

[33] Genus hoc est ex essedis pugnae. Primo per omnes partes perequitant et tela coiciunt atque ipso terrore equorum et strepitu rotarum ordines plerumque perturbant, et cum se inter equitum turmas insinuaverunt, ex essedis desiliunt et pedibus proeliantur. Aurigae interim paulatim ex proelio excedunt atque ita currus conlocant, ut, si illi a multitudine hostium premantur, expeditum ad quos receptum habeant. Ita mobilitatem equitum, stabilitatem peditum in proeliis praestant, ac tantum usu cotidiano et exercitatione efficiunt, uti in declivi ac praecipiti loco incitatos equos sustinere et brevi moderari ac flectere et per temonem percurrere et in iugo insistere et se inde in currus citissime recipere consuerint.

Obwohl nur noch ein kleiner Teil des Sommers übrig war und in dieser Gegend die Winter früh beginnen, weil Gallien nördlich liegt, setzte Caesar dennoch alles daran nach Britannien aufzubrechen, weil er immer wieder einsehen musste, dass in fast allen gallischen Kriegen unsere Feinde von dort mit Hilfstruppen unterstützt wurden; auch wenn die Zeit im Jahr fehlte, einen Krieg zu führen, glaubte er dennoch, es bringe ihm großen Nutzen, wenn er nur auf der Insel landete, den Menschenschlag dort genauer kennenlernte und die Gegend, die Häfen und die anderen Zugänge in Erfahrung bringen konnte; dies alles war den Galliern in der Regel unbekannt. Denn außer Händlern geht niemand blindlings dorthin, und selbst diesen ist nichts außer der Küste und die Gegenden, die Gallien gegenüber liegen, bekannt. Deshalb ließ Caesar von überall her Händler zu sich rufen, doch er konnte weder von ihnen erfahren, welche Größe die Insel habe, noch, welche und wieviele Völker sie bewohnten, noch welche Kriegstaktik oder welche Einrichtungen sie hätten, noch welche Häfen für eine größere Zahl von Schiffen geeignet seien.



Die Art, von den Streitwagen aus zu kämpfen, ist folgendermaßen: Zuerst fahren <die Britannier> nach allen Richtungen und schleudern Wurfgeschosse und bringen durch den Schrecken der Pferde und den Lärm der Räder die feindlichen Reihen in Verwirrung und wenn sie in die Reiterschwadronen eingedrungen sind, springen sie von den Streitwagen und kämpfen zu Fuß weiter. Unterdessen fahren die Wagenlenker allmählich aus dem Kampf heraus und stellen sich die Wagen so auf, dass sie, wenn jene von einer Menge von Feinden bedrängt werden, eine gute Rückzugsmöglichkeit bieten. So zeigen sie in den Gefechten die Beweglichkeit von Reitern und die Standfestigkeit von Fußsoldaten, und so viel erreichen sie durch tägliche Übung, dass <die Wagenlenker> sogar auf abschüssigem, steilem Gelände die Pferde in vollem Lauf aufhalten, in kurzer Zeit bändigen und schwenken lassen können und es gewohnt sind über die Deichsel zu laufen und sich auf das Joch zu stellen und sich von dort sehr schnell auf die Wagen zurückzuziehen.

 

Caesars Britannien-Exkurs I: Herunterladen [doc] [32 KB]