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Einführung

Die römische Philosophie war an wenigen, genau definierten Lehren orientiert: Stoa, Epikur, Peripatos und skeptische Akademie. Seit Tertullian kann man von christlicher Philosophie sprechen. Neben dem Lehrepos, mit dem die philosophische Schriftstellerei der Römer einsetzte (Lukrez), waren v.a. die Dialoge in der Form, in der Cicero sie gestaltete, und die philosophischen Traktate die bestimmenden Textsorten. [1]

Moderne philosophische Texte haben in der Regel eine eindeutigen propositionalen Gehalt, d.h. sie stellen eine These auf, die sie mit Argumenten zu belegen suchen. Für antike philosophische Texte in Dialogform gilt dies nicht in gleicher Weise, d.h. der Leser kann nicht leicht feststellen, welche der Antworten der Autor richtig findet.

Philosophische Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit Begriffen operieren und diese zu klären versuchen.  "Wahre Gedanken und wissenschaftliche Einsicht ist nur in der Arbeit des Begriffs zu gewinnen." (Hegel). Bilder und Vergleiche stehen nur in zweiter Reihe. Daher kann eine Interpretation philosophischer Texte auch im Schulunterricht nicht darauf verzichten, die Begriffe zu klären.

 

Allgemeine Fragen an philosophische Texte

  1. Beschreiben Sie den Gedankengang des Textes.
  2. Arbeiten Sie dabei die zentralen Begriffe heraus, mit denen der Text arbeitet.
  3. Untersuchen Sie, ob verschiedene Begriffe einander gegenübergestellt werden oder ob ein einzelner Begriff im Mittelpunkt steht.
  4. Prüfen Sie, ob man Thesen und Argumente unterscheiden kann, und finden Sie heraus, wie die zentrale These lautet, wenn es eine gibt.
  5. Zu welcher Textsorte gehört der Text? Handelt es sich um eine Rede, einen Dialog oder um eine Monographie?
  6. Mit welchen sprachlichen Überzeugungsmitteln versucht der Sprecher bzw. der Autor sein Ziel zu erreichen?

 


Anmerkungen und Literaturhinweise

[1] G.W.F. Hegel: Phänomenologie des Geistes, Werke Bd. 3, Hamburg 1973, S. 65.