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Der philosophische Dialog

In seinem Werk De finibus bonorum und malorum erörtert Cicero die Frage, welches das höchste Gut und welches das größte Übel ist. Es geht also darum, woran sich die Philosophie orientieren kann und welche Maßstäbe sie dem Leben geben kann. Cicero vermeidet eine eindeutige Stellungnahme; vielmehr geht es ihm darum, dass aus dem Vergleich der verschiedenen philosophischen Lehren der beste Maßstab abgeleitet werden kann. Das Werk befasst sich also fast ausschließlich mit ethischen Fragen. [1]

Zenon
Der stoische Philosoph Zenon, Büste aus der Ny Carlsberg Glyptotek, Kopenhagen. Fotografie Lehrerfortbildungsserver.  Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Museums.

'De finibus bonorum et malorum' besteht aus fünf Büchern. Im ersten Buch von De finibus stellt der Epikureer Torquatus seine Lehre dar und erläutert, wieso er die Orientierung an der Lust und die Vermeidung des Schmerzes für die vernünftigste Leitung des Lebens hält. Im zweiten Buch spricht Cicero gegen diese Gedanken. Im dritten Buch, aus dem der Auszug entnommen ist, spricht der Stoiker M. Porcius Cato (Uticensis). Er entwirft ein Gesamtbild der stoischen Ethik und kommt in der hier zitierten Passage auf die so genannte soziale Oikeiosis zu sprechen. Der Mensch, so die Lehre der Oikeiosis, ist in der Welt beheimatet, da er nach Selbsterhaltung strebt. Von dieser Lehre war Catos Rede ausgegangen; jetzt, gegen Ende, erklärt er, wie der Mensch zu einem sozialen Wesen wird.

Zum Text: De finibus bonorum et malorum 3, 62-66 (lateinisch und deutsch)

Ein weiterer Auszug aus einem philosophischen Text findet sich in der Einheit '' Wir und die Anderen ''
( Cicero Tusc. 5, 64-66: Grab des Archimedes )

 


Anmerkungen und Literaturhinweise

[1] M. Tullius Cicero: Über das höchste Gut und das größte Übel / De finibus bonorum et malorum, hg., übers. u. kommentiert v. Harald Merklin, Stuttgart 1989

[2] M.Tullius Cicero: Über die Ziele menschlichen Handelns. De finibus bonorum et malorum. Hg., übers. u. kommentiert v. Olof Gigon u. Laila Straume-Zimmermann (Sammlung Tusculum), München / Zürich 1988

[3] Spahlinger, Lothar: Tulliana simplicitas. Zu Form und Funktion des Zitats in den philosophischen Dialogen Ciceros (Hypomnemata 195), Konstanz 2005, online in der Datenbank der Bayrischen Staatsbibliothek Digi20 .

[4] Eintrag zu Cicero im 'Handwörterbuch Philosophie'