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Hausaufgabe am Ende der Unterrichtseinheit

a) Wir hatten bei der Interpretation von Text 1 begonnen, aus der Perspektive / Position der Pallas Athene den Verhaltenskodex zwischen Göttern und Menschen zu konstruieren, um eine Vorstellung von „pietas“ im antiken Sinne zu gewinnen. Führen Sie diese Aufgabe fort unter besonderer Berücksichtigung der Texte 2, 3a, 3c, 5 und 7!

b) Zeigen Sie auf, an welchen Stellen sich Arachne nicht an diesen Verhaltenskodex hält (Texte 2, 3b, 3c und 6)!

c) Vergleichen Sie die antike Vorstellung von “pietas” mit der heutigen!

d) Formulieren Sie mehrere Vermutungen, warum der Erzähler in v 134 das Adjektiv „infelix“ gebraucht.

a)

lateinischer Textbeleg Verhaltenskodex zwischen Göttern und Menschen
= „pietas hominum erga deos“

Text 1:
- „Laudare parum est, audemur…ipsae” (v 3)
- „numina nec sperni sine poena nostra sinamus” (v 4)

Text 1:
- gegenseitiges Loben;
- Achtung der Götter, bei Nichtachtung
  erfolgt Bestrafung der Menschen.

Text 2:
- „Maeoniaeque animum fatis intendit Arachnes, / quam sibi lanificae non cederelaudibus artis / audierat” (vv 5 ff)
- „Quod tamen ipsa negat tantaque offensa magistra / 'certet' ait 'mecum: nihil est, quod     victa recusem!'” (vv 24 f)

Text 2:
- zielgerichteter Plan der Götter, die Menschen bei dem Versuch, sich auf Augenhöhe mit den Göttern zu stellen, zu bestrafen und ggf. zu vernichten;
- Anerkennung menschlicher Talente als Geschenk der Götter.

Text 3a:
- „tibi fama petatur / inter mortales faciendae maxima lanae” (vv 30 f)
- „cede deae” (v 32)
- „veniamque tuis, temeraria, dictis / supplice voce roga”

 

Text 3a:
- Konkurrenz und hierarchische Systeme nur unter den Menschen erlaubt, keine Konkurrenz zwischen Menschen und Göttern möglich;
- Unterordnung der Menschen unter die Götter;
- demütige Haltung der Menschen gegenüber den Göttern mit der Möglichkeit, bei Fehlverhalten um Verzeihung zu bitten (ggf. durch Gebete und kultische Rituale).

Text 3c:
- „Perstat in incepto stolidaeque cupidine palmae / in sua fata ruit
(vv 50 f).

Text 3c:
- Reflexion der Menschen über ihr Verhalten incl. einer Verhaltensänderung zugunsten der Götter.

Text 5:
„Teppichprogramm“ der Pallas Athene
 (vv 70 – 102).

Text 5:
Götter als Beschützer und Wohltäter für die Menschen; keine Auflehnung und Provokation gegenüber den Göttern erlaubt.

Text 7:
- „Pendentem Pallas miserata levavit / atque  ita 'vive quidem, pende tamen, inproba' dixit, / 'lexque eadem poenae, ne sis secura  futuri, / dicta tuo generi serisque nepotibus esto!'” (vv 135-138)

Text 7:
- kein Selbstbestimmungsrecht in Bezug auf die Gestaltung des Lebens.

Fazit:
--> oftmalige Wiederholung ein- und desselben Gedankens: Unterordnung der Menschen unter die Götter

b)

lateinischer Textbeleg

„Fehlverhalten“ der Arachne

Text 2:
- „quam sibi lanificae non cedere laudibus artis / audierat” (vv 6 f)
- „Quod tamen ipsa negat tantaque offensa magistra / 'certet' ait 'mecum: nihil est, quod victa recusem!'” (vv 24 f)

Text 2:
- Arachne auf Augenhöhe mit Pallas Athene;
- starkes Selbstbewusstsein der Arachne, die ihr Talent als Eigenleistung sieht.

Text 3b:
- „Adspicit hanc torvis inceptaque fila relinquit / vixque manum retinens confessaque vultibus iram / talibus”
(vv 34 ff)
- „consilii satis est in me mihi, neve monendo / profecisse putes, eadem est sententia nobis. / Cur non ipsa venit? Cur haec certamina vitat?'” (vv 40 ff)

Text 3b:
- keine Bereitschaft zur Einsicht und zur Reflexion der bisherigen Verhaltensweise;
- starkes Vertrauen der Arachne auf ihren eigenen Verstand; Provokation der Pallas Athene.

Text 3c:
- „sola est non territa virgo” (v 45)
- „Perstat in incepto stolidaeque cupidine
   palmae / in sua fata ruit” (vv 50 f)

Text 3c:
- keine Ehrfurcht der Arachne;
- Sturheit der Arachne.

Text 6:
„Teppichprogramm“ Arachne
 (vv 103 – 128)

Text 6:
Provokation der Pallas Athene durch Arachnes „einseitige“ Darstellung der lüsternen, sich sexuell befriedigenden Gottheiten.

Text 7:
„Non tulit infelix laqueoque animosa ligavit / guttura“ (vv 134 f)

Text 7:
- versuchter Selbstmord.

 

c) mögliche Aspekte:
    Veränderung der Vorstellung über die pietas durch

  • monotheistische Gottesvorstellungen mit vergleichbaren menschlichen Verhaltensmustern;
  • die Zunahme des atheistischen Denkansatzes; damit geht ein Wandel des Wertesystems einher.

d) Vermutungen über das Adjektiv „infelix“ in v 134:

  • Beschreibung des Unglücks (neutral);
  • Mitgefühl / Empathie des Erzählers;
  • kritischer Unterton gegenüber der Göttin Pallas Athene, die vom Erzähler in ihrer Wut überzeichnet dargestellt wird (bedeutsames Ernstnehmen menschlichen Schöpfertums?).

 

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