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Material M1

Seneca, quaestiones naturales 3, praefatio

[12] Quid est praecipuum? Posse laeto animo adversa tolerare.
[13] Quid est praecipuum? Animus contra calamitates fortis et contumax, luxuriae non aversus tantum sed infestus, nec avidus periculi nec fugax, qui sciat fortunam non expectare sed facere et adversus utramque intrepidus inconfususque prodire.

Was ist das Wesentliche? Fröhlichen Sinnes die Widrigkeiten ertragen zu können.
Was ist das Wesentliche? Ein gegenüber dem Unglück starker und unbeugsamer Sinn, der Ausschweifung nicht nur abgeneigt, sondern sogar feindlich gesinnt, der weder begierig nach Gefahr ist noch vor ihr flieht, der darum weiß, dass Schicksal nicht zu erwarten, sondern zu gestalten und gegenüber beiden (gemeint ist Glück und Unglück) unerschrocken und unverwirrt aufzutreten.

Seneca, ad Lucilium 59,14

Sapiens ille plenus est gaudio, hilaris et placidus, inconcussus.
Jener Weise ist voller Freude, heiter und ruhig, unerschüttert.

Cicero, tusculanae disputationes 4,37

Ergo, hic, quisquis est, qui moderatione et constantia quietus animo est sibique ipse placatus, ut nec tabescat molestiis nec frangatur timore nec sitienter quid expetens ardeat desiderio nec alacritate futili gestiens deliquescat, is est sapiens, quem quaerimus, is est beatus, cui nihil humanarum rerum aut intolerabile ad demittendum animum aut nimis laetabile ad ecferendum videri potest.

Jeder also, der in Bescheidenheit und Beständigkeit ruhig im Geist ist und mit sich selbst so besänftigt, dass er weder durch Ärger sich verzehrt noch durch Furcht gebrochen wird noch dürstend etwas verlangt und von Sehnsucht brennt noch sich an nichtiger Fröhlichkeit erfreut und vergeht, ist der Weise, den wir suchen, ist der Glückselige, dem nichts Menschliches entweder unerträglich erscheinen kann, um den Mut sinken zu lassen, oder allzu erfreulich, um sich fortreißen zu lassen.

 

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