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Lösung

a)

  • Jede einzelne mythologische Anspielung handelt von der Verführung einer Frau durch einen Gott.
  • Bei den Göttern handelt es sich um Juppiter, Neptun, Apollo, Bacchus und Saturn
  • Keiner der Götter naht den Frauen in seiner wirklichen Gestalt.

b)

Gott

Vers

Juppiter

Neptun

Apollo

Bacchus

Saturnus

103-107

Europa als Stier

 

 

 

 

108

Asterie als Adler

 

 

 

 

109

Leda als Schwan

 

 

 

 

110

Antiope als Satyr

 

 

 

 

111-112

Tirynthia als Amphitrion

 

 

 

 

113

Danae als Goldregen

 

 

 

 

113

Aegina als Feuer

 

 

 

 

114

Mnemosyne als Hirt

 

 

 

 

114

Ceres als Schlange

 

 

 

 

115-116

 

Canace als Stier

 

 

 

116-117

 

Iphimedeia als Enipeus

 

 

 

117

 

Theophane als Widder

 

 

 

118-119

 

Ceres als Pferd

 

 

 

119-120

 

Medusa als Vogel

 

 

 

120

 

Melantho als Delphin

 

 

 

122

 

 

n.n. als Landmann

 

 

123

 

 

n.n. als Habicht

 

 

123

 

 

n.n. als Löwe

 

 

124

 

 

Issa als Hirte

 

 

125

 

 

 

Erigone als Traube

 

126

 

 

 

 

Philyra als Pferd

c)

Ergebnis 1:

  • Juppiter verführt 9 Frauen;
  • Neptun verführt 6 Frauen;
  • Apollo verführt 4 Frauen;
  • Bacchus verführt 1 Frau;
  • Saturn verführt 1 Frau.

Schlussfolgerung:

Dem Göttervater werden als dem mächtigsten und bekanntermaßen umtriebigsten Gott die meisten Eroberungen zugeschrieben

Ergebnis 2

Die inhaltliche Dichte in Text 6 ist mit der Anspielung auf 21 verschiedene Ereignisse auf 26 Versen extrem hoch. Auf die einzelnen Gottheiten übertragen ergibt sich folgendes Bild:

  • bei Juppiter ist das Verhältnis von Versen zu Eroberungen: 12  zu 9
  • bei Neptun: 6 zu 6
  • bei Apollo: 3 zu 4
  • bei Bacchus: 1 zu 1
  • bei Saturn: 1 zu 1

Schlussfolgerung:

Die Dichte nimmt deutlich zu: wo der Erzähler bei den Eskapaden Juppiters verhältnismäßig viele Beispiele aufzeigt und dabei nur die Episode „Europa“ ausführlich und detailliert beschreibt, reiht er bei den anderen Gottheiten die „Eroberungen“ einfach listenartig aneinander.
Auch hier steht der Göttervater im Vordergrund.

Ergebnis 3

Europa werden allein 5 Verse gewidmet, Danae, Aegina, Mnemosyne und Ceres zusammen nur 2 Verse.

Schlussfolgerung:

Insgesamt gesehen wirkt die Darstellung von Arachnes Teppich also eher dichter und überflutet den Leser mit Informationen.

d)

Das Zitat aus dem 2. Buch liefert eine Erklärung für die Maskerade der mächtigen Götter auf ihren amourösen Eroberungszügen. Liebe und Würde schließen einander folglich aus. Dieser Ausspruch impliziert allerdings auch, dass die Götter während ihrer Liebesabenteuer würdelos handeln und könnte somit in Verbindung mit Arachnes Darstellung als Vorwurf der Weberin an die unbeherrschten Götter gedeutet werden.

e)

Die Götter werden als sexuell sehr aktiv, hinterlistig und skrupellos dargestellt, da sie die Frauen, die sie als Sexualpartner auswählen, oft in große Bedrängnis stürzen und  sie, wie in den Fällen, in denen sie in Gestalt der Ehemänner erscheinen, zur Untreue ihren festen Partnern gegenüber verleiten. Der Mensch - und in diesem Fall besonders die Frau - verliert seine Würde und Autonomie und wird gleichsam zum Spielball der Götter.

f)

Auch bei der Auswahl der Motive für ihr Wettbewerbsstück hört Arachne nicht auf, die göttliche Rivalin zu provozieren, indem sie wie in einer Anklageschrift eine in ihren Augen göttliche Verfehlung nach der anderen auflistet.
Wenn die Götter die Menschen also lediglich dazu gebrauchen, ihre Übermacht zu demonstrieren, um ihre eigenen Gelüste zu befriedigen, weshalb sollte man ihnen dann Respekt entgegenbringen?
Arachne zeigt sich also in ihrem Trotz gegen Minerva ungebrochen und gibt dies der  Gegenspielerin auch mehr als deutlich zu verstehen.

 

Texte 5 und 6: Herunterladen [doc] [44,7 MB]